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Photokina 2016 und die sichere Dominanz der Videos

posted on September 27th 2016 in Betrachtungen with 0 Comments

Photokina Logo

Im aktuellen Videoblog haben wir die These, warum ein einziger Imagefilm heute nicht mehr reicht, unter die Lupe genommen und gleichzeitig nach Lösungen geschaut. Und diese Woche läuft die weltweit bedeutendste Messe für Fotografie in Köln, Photokina. Wie es sich eigentlich herumgesprochen haben dürfte, sind Fotoapparate heute in der Lage Videos zu produzieren. Und das in sehr guter Qualität, angefangen für private Zwecke bis hin zu professionellen Ansprüchen. Doch nicht nur in der Photokina wird deutlich, dass Videos sehr stark im Kommen sind. Gerade im Internet und auch im Smartphone wird es immer deutlicher sichtbar, dass Videos mehr und mehr dominieren. Und ich spreche noch nicht mal davon, dass man auf Facebook und auf YouTube Videos hochladen kann…

I. Photokina: Kameras werden besser und mobiler
Neben Fotografen waren auch sehr viele Filmer und Filmproduzenten auf die Vorstellung neuer Geräte der Hersteller gespannt. Die Spannung und Erwartung war dieses Jahr besonders hoch, da doch recht viele Hersteller eher auf sich warten ließen mit der Weiterentwicklung. Auch deswegen, weil die Wettbewerber Richtungen angestoßen hatten, die man dann letztendlich vom „eigentlichen“ Hersteller erwartet hat. Zum Beispiel, dass die Firma Gopro, die sich auf Sportkameras spezialisiert hat, eine eigene Drohne ins Programm nehmen würde (hat sie jetzt). Bisher hatte die Firma DJI eine Richtung angestoßen und ebenfalls entsprechend Kameras hergestellt, die auch für den Sport eingesetzt werden können.

Immer mehr Hersteller warten jetzt mit Kameras auf, die mit W-LAN bestückt worden sind. Mehr noch, teilweise bieten sie eigene Apps an, um mit diesen eigene Clips erstellen und diese noch an Ort und Stelle ins Internet stellen zu können. So sind eigene kurze Clips mit einem „professionelleren“ Touch möglich. Diese Clips sind dann allerdings Trailer, die dynamisch oder auch atmosphärisch gehalten sind. Natürlich mit einer passenden Musik unterlegt. Manche App hat gar eine „Instagram“-Funktion. Das heißt, dass man die Filmlänge für Instagram, die derzeit auf 15 Sekunden gesetzt ist, voreinstellen kann.

II. Videos im Internet nehmen drastisch zu
Vor einigen Wochen überraschte mich ein Bekannter, der mit Filmen und Marketing gar nichts am Hut hat. Auch ist er nicht besonders bewandert, was die sozialen Medien angeht. Facebook kennt er zum Beispiel nur vom Namen. Doch völlig unvorbereitet sagte er mir: „Heute bringt ein einziger Film gar nichts mehr. Da muss man schon mehr bieten.“ Ich hätte mich beim Kaffeetrinken beinahe verschluckt, weil ich schwer beeindruckt war, dass er das folgerichtig erkannt hat. Ich war nur derart perplex über diese eben völlig unvorbereitete Aussage, weil eben dieser Bekannte sich gar nicht in den Sozialen Medien bewegt. Doch genau so ist es…

II.a Instagram
Instagram startete eigentlich als reine Fotoapp. Inzwischen hat sie auch Videos. Mit einer maximalen Länge von 15 Sekunden. Eine Neuerung hat aber auch Instagram in die App gepackt: angestachelt durch Snapchat, hat Instagram auch seine „Stories“. Nutzer können bei der Facebook-Tochter nun Fotos und Videos zu einer Slideshow zusammenstellen, diese mit Filtern versehen und dem ganzen auch noch eine Halbwertszeit von 24 Stunden geben.

II.a Twitter
Twitter, bisher bekannt als Mikroblogdienst mit ihrer Beschränkung von 140 Zeichen, lässt mittlerweile auch Bilder und Videos zu. Und Twitter geht einen Schritt weiter: damit die User noch mehr Videos sehen können, zählt der Mikroblogdienst Tweets von Fotos und Videos nicht mehr zu den 140 Zeichen. Und Twitter-Chef Jack Dorsey verkündete in Köln, dass Twitter auf Videos setzt. Es soll einfacher werden, Videos auf Twitter zu teilen.

III. Weitere Neuerungen im Bereich Video in Facebook und YouTube
Wenn es um Internet und Videos geht, dann denkt jeder in der Regel zuerst an YouTube. Natürlich hat Facebook auch die Möglichkeit Videos hochzuladen. Und das schon seit einigen Jahren. Doch Facebook hat YouTube quasi den Kampf angesagt und versucht ihm den Platz streitig zu machen. So sind z.B. die Vorschaubilder von YouTube, die in Facebook gepostet wurden, verkleinert worden. Ganz so wirklich klappt es (noch?) nicht. Es ist richtig, dass Unternehmen, die mit Videos werben und arbeiten, überlegen sollten, ob sie in beide Plattformen Videos hochladen oder nur in YouTube und diese dann in Facebook posten. Facebook rühmt sich zwar, dass Videos in Facebook eine größere Reichweite hätten, und dass man es auch an den Zahlen der Aufrufe sehen könnte. Allerdingst ist das Argument mit den Aufrufzahlen ein berechtigter Kritikpunkt: sehr viele User haben die automatische Abspielfunktion in Facebook nicht abgeschaltet. Das heißt, dass das Video sofort zu starten beginnt, sobald es beim Herunterscrollen im Newsfeed erscheint. Damit hat man einen Aufruf erzielt ohne dass man sich das Video wirklich angeschaut hat. In YouTube ist das anders: hier muss man aktiv auf das Video gehen, damit das Video einen Klick generiert.

III.a Live: Video-Streaming mit YouTube
Es ist möglich in YouTube Live-Sendungen zu erstellen. Ob man hier nur eine Webcam nutzen oder gar mit Kameras arbeiten möchte, beides ist in YouTube möglich. Ebenso ist möglich, Live-Streams von verschiedenen Orten aus zu machen. Und ich habe die Wahl, ob ich sofort einen Live-Stream schalten möchte, oder ob ich ihn terminiert ankündige und starte. Jeder Livestream, den ich in YouTube mache, wird auf eben dieser Plattform automatisch aufgezeichnet und archiviert. Ich kann ihn dann jederzeit veröffentlichen, sofern ich das möchte. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Genutzt wird diese Funktion immer mehr.

Wer sich das einfach mal nur anschauen möchte, findet die Rubrik „Live“ auf der linken Seite („Das Beste auf YouTube“). Wer bereits eingeloggt ist, muss auf der linken Seite ganz runterscrollen, dann auf „Kanäle finden“ klicken und dann in der Suchmaske „Kanäle finden“ den Begriff „Live“ eingeben.

III.b Facebook-Live: Video-Streaming mit Facebook
Dass Facebook nicht lange auf diese Funktion warten ließ, war abzusehen. Seit Februar dieses Jahr bietet uns Facebook die Möglichkeit, Videos live zu streamen. Allerdings ist diese Funktion nicht zu vergleichen mit der von YouTube. In Facebook ist es sehr einfach gehalten. Ich kann nur über mein Smartphone einen Live-Stream erzeugen. Wie in YouTube wird dieses Video dann archiviert, so dass es in meinem Profil zu finden ist. Facebook will die Videofunktion weiter ausbauen, so dass es auch mal möglich sein wird, vom PC aus zu streamen. Doch wann das soweit sein wird, ist noch nicht bekannt.

Einen weiteren Unterschied gibt es noch zwischen Facebook und YouTube: während ich in YouTube bis zu 3 Stunden live streamen kann, kann ich das in Facebook nur 30 Minuten lang. Das kann sich später noch ändern, z.B. wenn das Streamen dann auch über PC möglich werden wird.

IV. Fazit
Es ist deutlich sichtbar, dass Videos noch stärker im Kommen sind, als es bisher schon ist. Man darf auch nicht vergessen, dass die Anbieter dem Wunsch der Verbraucher nachgekommen sind. Das heißt wiederum, dass die Nachfrage nach Videos sehr groß ist. Unternehmen, die in den sozialen Medien unterwegs sind, und sei es nur Facebook, sollten das Thema Video nicht ignorieren. Das heißt natürlich nicht, dass man jetzt unbedingt Filmproduktionsfirmen oder Agenturen beauftragen muss Videos zu produzieren. Vieles lässt sich auch selber machen. Oft reicht eine Beratung und ein Coaching.
Und dann sind ja noch wir für Sie da. Selbstverständlich beraten wir Sie sehr gerne kompetent und ausführlich zu sämtlichen YouTube- und Video-Strategie-Themen. Sprechen Sie uns an.