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Diskutierst du noch oder beweist du schon?

posted on Januar 4th 2017 in Betrachtungen with 0 Comments

Ekevarsek Productions Diskutiieren

Wer nicht online ist, der existiert nicht.” Der ein oder andere wird diesen Satz schon mal gehört bzw. gelesen haben. Manch einer würde jetzt sagen: „Ja, wir sind online. Schließlich haben wir eine Webseite.“ Und fühlt sich unter Druck gesetzt, wenn die Frage nachkommt: „Und was ist mit der Fan-Page in Facebook? Und ich finde von euch nichts in YouTube.“ Gerade weil man doch weiß, dass man sich auf längere Sicht diesen Kommunikationsmedien auf Dauer nicht verschließen kann.

Was sollen wir denn bloß posten?“
Oft steckt hinter dieser Weigerung die Frage: „Was sollen wir denn bloß posten? So viele Unternehmensnachrichten haben wir doch gar nicht, dass wir täglich posten könnten.“ Und wenn dann tatsächlich eine Fan-Page eingerichtet wird, so unsere häufige Beobachtung, postet man Werbung. Hier ein Sonderangebot. Dort ein aktueller Flyer. Dann wieder neue Modelle zum Einführungspreis. Oder Fotos von neuen Waren im Geschäft. Die Fan-Page sieht gelinde gesagt langweilig aus. So sieht es im Einzelhandel aus. In der Dienstleistungsbranche sieht es folgendermaßen aus: es werden Fotos von den Büroräumen gezeigt. Fotos von den Mitarbeitern. Ein Spruch hier und ein Zitat dort.

Es ist zugegeben auf Anhieb auch nicht einfach. Doch es ist nicht unmöglich. Wenn Sie folgende Schritte beherzigen, wird es Ihnen leichter fallen Ihr Unternehmen interessanter zu machen.

1. Sorgen Sie für Leser- / Zuschauernutzen – Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler
Ihre Frage muss beantwortet sein: Wozu setze ich Social Media Marketing ein? Diese Frage gilt für Facebook, YouTube, Instagram, Twitter oder was es sonst für Plattformen gibt, die Sie einsetzen (oder einsetzen möchte). Einfach eine Fan-Page in Facebook oder einen Kanal in YouTube haben reicht nicht. Und Ihre Unternehmens-News oder Ihre Werbung – das ist die schlechte Nachricht – interessiert niemanden! Die einzigen Personen, die das interessiert sind Sie, Ihr Vorstand und vielleicht noch ein oder zwei Stakeholder. Den Rest interessiert Ihre Werbung und die Lobhudelei in der Presse nicht. Ein Hinweis auf ein Angebot pro Quartal oder mal eine Erwähnung darauf, dass Sie lobend in der Presse erschienen sind, ist durchaus angebracht. Es geht hier nur darum, dass die Wirkung Ihrer Absicht verpufft, wenn überwiegend solche Sachen gepostet werden.

2. Schaffen Sie Verbindung
Wie geht es Ihnen, wenn Sie eine Geschäfts-E-Mailadresse von jemandem bekommen, die folgend lautet: unternehmen@web.de oder auch unternehmen@t-online.de? Der erste Gedanke ist nicht besonders vertrauenserweckend. Der Grund ist einfach: hinter so einer E-Mailadresse kann sich auch jemand anderes als angegeben verstecken. Anonymer geht es nicht mehr. Sie möchten jemanden zuordnen können. So geht es auch im Social Web. Verstecken Sie sich nicht hinter dem Namen oder Seriosität, sondern schaffen Sie Verbindung, indem Sie dem Verbraucher eine Identifikationsfigur bieten. Marken leben von Identifikation und Zugehörigkeit. Das gilt auch für B2B Bereiche. Niemand möchte mit anonymen Accounts arbeiten. Besonders dann nicht, wenn Sie auf der Suche nach hochwertigen Dienstleistungen sind.

3. Bieten Sie Lösungen

All zu oft werfen Unternehmen mit Superlativen um sich. Egal, ob sie die Marktführer sind, ob sie allein die Lösung haben oder sonst etwas. Superlative bewirken inzwischen das Gegenteil. Ob Sie jetzt der Marktführer sind, lässt sich sehr schnell nachprüfen. Und selbst wenn… der Verbraucher heute reagiert sehr empfindlich auf Arroganz. Und wenn Sie tatsächlich die Lösung bieten sollten, dann zeigen Sie es ihnen. Geben Sie hilfreiche Tipps. Hier haben viele Angst, etwas kostenlos herzugeben. Doch vergessen Sie eines nicht: selbst wenn Sie “Geheimnisse” nicht hergeben, der Verbraucher bekommt im Web das alles. Indem Sie aber wertvolle Tipps geben, machen Sie sich zum Experten. Wird nach der Lösung gesucht, die Sie bieten, wird man immer auf Sie stoßen. Das hat zur Folge, dass man in Gesprächen unter Freunden und auch unter Geschäftsleuten sagt: „Schau doch mal bei (Ihr Unternehmen) rein, die sind echt gut.“ Sie wissen selber, dass man nicht alles selbst machen kann. Und Sie wissen auch, dass Unternehmen sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren wollen und müssen. Da kommen Sie dann ins Spiel…

Wenn Sie diese ersten drei Schritte berücksichtigen, wird Ihr Social Media Auftreten ganz anders aussehen. Es wird vertrauenserweckender. Es wirkt auch runder. Diskutieren Sie nicht länger, sondern demonstrieren Sie es. Führen Sie es vor. Machen Sie sich sichtbar und geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht, in anderen Worten: geben Sie den Verbrauchern eine Identifikationsfigur. Natürlich ist das mit Arbeit und Aufwand verbunden. Doch das lohnt sich auch finanziell. In der Printwerbung haben Sie den größten Streuverlust. Im Web können Sie sehr viel gezielter vorgehen.